Sportschießen

Grundzüge des Sports

Ziel des Sportschießens ist es, die Mitte einer Schießscheibe, durch Einklang von Körper (statischem Aufbau und Körperbeherrschung) und Geist (innere Ruhe und Kontrolle von äußeren Einflüssen), zu treffen. Dies braucht Training, sowohl körperliches wie auch mentales. Oft werden diese Belastungen unterschätzt und Schießen gelegentlich nicht als Sport anerkannt.

Die Ringanordnung auf einer Schießscheibe wird „Spiegel“ genannt, in den meisten Disziplinen handelt es sich um Ringscheiben, bei denen maximal zehn Ringe erreicht werden können. Je näher man die Treffer in der Mitte platzieren kann, umso mehr Ringe erhält der Schütze.

In der Regel werden beim Sportschießen Wettkämpfe mit, je nach Disziplin und Altersklasse, 40 oder 60 Schuss geschossen. Zum Einsatz kommen dabei in der Regel einzelne Zehnerringscheiben, in Wettkämpfen mit dem Luftgewehr jedoch seit einiger Zeit fast ausschließlich Scheibenstreifen, die mit jeweils 10 oder 5 Spiegeln versehen sind.

Seit der Jahrtausendwende kommen immer mehr elektronische Messverfahren auf den Markt. Infrarot-Lichtschranken ergeben ein feines Netz, das den Durchtritt eines Geschosses mit hoher Auflösung und Genauigkeit bestimmt. Diese Messung ist deutlich präziser, als sich eine herkömmliche Papierscheibe drucken lässt und unabhängig von jeglicher Witterungsart.

Während bei den olympischen Disziplinen zwischen den Geschlechtern unterschieden wird, gibt es in den nationalen Verbänden auch Disziplinen, bei denen diese Unterscheidung entfällt.


Organisationen im Sportschießen

Internationale Organisationen

International Shooting Sport Federation

Die International Shooting Sport Federation (kurz ISSF) ist der internationale Spitzenverband für Sportschützen. Er richtet die offiziellen Weltmeisterschaften und World Cups aus, auf denen Quotenplätze für die Olympischen Spiele gewonnen werden können. Die ISSF vertritt dabei nur Schützen aus den Bereichen Gewehr, Flinte und Pistole.

Fédération Internationale de Tir à l’Arc

Die Fédération Internationale de Tir à l’Arc (kurz FITA) ist der internationale Spitzenverband für Bogenschützen. Er richtet ebenfalls Weltmeisterschaften und World Cups aus. Im Gegensatz zur ISSF vertritt die FITA alle Bogenschützen in den Olympischen Disziplinen.
 

Organisationen in Deutschland

Deutscher Schützenbund e. V.

Sportschützen sind in der Bundesrepublik Deutschland in verschiedenen Dachverbänden organisiert. Der DSB (Deutscher Schützenbund) ist mit rund 1,452 Mio. Mitgliedern (Stand 31. Dezember 2008) der größte, dieser ist auch beim NOK vertreten und organisiert die Deutschen Meisterschaften sowie die Bundesliga. Die meisten sportlich orientierten Schützenvereine sind über die 20 Landesverbände des DSB organisiert.
 

Bund der Militär- und Polizeischützen e. V.

Der Bund der Militär- und Polizeischützen e. V. (BDMP) bietet derzeit 16 Kurzwaffen-, 24 Langwaffen- und 13 Schwarzpulverdisziplinen an. Die meisten Disziplinen sind dabei im Bereich des Großkaliberschießens angesiedelt.

Ein großer Teil der im BDMP organisierten Schützen sind (ehemalige) Beamte von Polizei und Zoll, sowie Berufssoldaten und Reservisten der Bundeswehr.

Der BDMP veranstaltet Landesmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften und entsendet Mannschaften zu internationalen Veranstaltungen wie den World Police and Fire Games.


Deutsche Schießsport Union e. V.

Die Deutsche Schießsport Union (DSU) hat ihren Schwerpunkt im Großkaliberbereich.

 
Bund Deutscher Sportschützen e. V.

Der Bund Deutscher Sportschützen (BDS) ist ebenfalls sehr im Großkaliberschießen engagiert und veranstaltet unter anderem das IPSC-Schießen in Deutschland.

Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.

Der Reservistenverband ist als solcher kein Verband, der als primäre Aufgabe den Schießsport hat. Als Verband mit 130.000 Mitgliedern (hiervon ca. 25.000 Schießsport treibend) mit einer genehmigten Sportordnung, zählt er aber zu den anerkannten Schießsportverbänden in Deutschland. Der Schwerpunkt in Bezug auf den Schießsport liegt beim zivilen Großkaliberschießen, hier dominieren in der Praxis Disziplinen für Dienst- / Ordonanzwaffen.

Interessengemeinschaft Bergischer Bolzenschützen

Die Interessengemeinschaft der Bergischen Bolzenschützen (IGBBS) ist ein regionaler Verband der als letzter das klassische Bolzenschießen mit Luftgewehren (Kaliber 5,5) in Deutschland fördert und weiterhin den aktiven Schießsport betreibt. Der Wettkampfmodus der IGBBS weicht jedoch gänzlich von den Modi der anderen Verbände ab.
 

 

Klasseneinteilungen
(gilt für den DSB, nicht aber zwangsläufig für die anderen Verbände)

Als Einstieg in das Sportschießen wird gemeinhin das Schießen mit Druckluft-, Federdruck- und CO2-Waffen verstanden, so dass für diese Waffenarten auch die untere Altersgrenze von 12 Jahren definiert wurde. Ausnahmen (ab 10 Jahren) werden nur unter Einhaltung mehrerer Auflagen (nur mit schriftlicher Erlaubnis oder Anwesenheit der Eltern und behördlicher Erlaubnis und Obhut, d.h. Aufsicht einer zur Kinder- und Jugendarbeit für das Schießen geeigneten Aufsichtsperson, § 27 Abs. 3 WaffG) erteilt. Beim Bogenschießen darf allerdings schon unter 12 Jahren geschossen werden. Es gibt bei Wettkämpfen keine Altersbegrenzung nach oben. Wer sich fit genug fühlt, kann auch noch mit über 85 Jahren an Wettkämpfen teilnehmen.

Für Wettkämpfe nach den Regeln des Deutschen Schützenbundes gibt es zur Angleichung an das Leistungsvermögen so genannte Wettkampfklassen. Als Berechnungszeitraum gilt das Sportjahr.

Wettkampfklassen

Schülerklasse

unterteilt in männlich/weiblich: bis 14 Jahre

Jugendklasse

unterteilt in männlich/weiblich: 15 - 16 Jahre

Juniorenklasse B

unterteilt in männlich/weiblich: 17 - 18 Jahre

Juniorenklasse A

unterteilt in männlich/weiblich: 19 - 20 Jahre

Schützenklasse

nur Männer: 21 - 45 Jahre

Damenklasse

nur Frauen: 21 - 45 Jahre

Altersklasse

nur Männer: 46 - 55 Jahre

Damenaltersklasse

nur Frauen: 46 - 55 Jahre

Seniorenklasse

nur Männer: ab 56 Jahre

Seniorinnenklasse

nur Frauen: ab 56 Jahre

Seniorenklasse A

nur Männer (aufgelegt): 56 - 65 Jahre

Seniorinnenklasse A

nur Frauen (aufgelegt): 56 - 65 Jahre

Seniorenklasse B

nur Männer (aufgelegt): 66 - 71 Jahre

Seniorinnenklasse B

nur Frauen (aufgelegt): 66 - 71 Jahre

Seniorenklasse C

nur Männer (aufgelegt): ab 72 Jahre

Seniorinnenklasse C

nur Frauen (aufgelegt): ab 72 Jahre

 

Schülerklassen in den Bogenwettbewerben
(unterhalb Landesverbände)

Schülerklasse A

unterteilt in männlich/weiblich: 13 - 14 Jahre

Schülerklasse B

unterteilt in männlich/weiblich: 11 - 12 Jahre

Schülerklasse C

unterteilt in männlich/weiblich: unter 11 Jahre

Internationale Wettkämpfe werden in der Regel in der leistungsstärksten Wettkampfklasse, der Schützenklasse und der Damenklasse (21 - 45 Jahre), durchgeführt.

Die Seniorenklasse wird auf unteren Verbandsebenen auch weiter unterteilt,

  • beim Auflageschießen in „Senioren A“ (56 - 65), „Senioren B“ (66 - 71) und „Senioren C“ (ab 72).

  • bei allen anderen Disziplinen in „Senioren I“ (56 - 65) und „Senioren II“ (ab 66)

Sportschießen mit Körperbehinderung, im Sitzen, mit Rollstuhl

Kleinkaliberwaffen dürfen mit schriftlicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten ab 15 Jahre (Jugendklasse), sonstige „scharfe“ Waffen erst ab 17 Jahren (Juniorenklasse B) geschossen werden. Ab da ist die Alterseinteilung wie bei den Luftdruckwaffen.

Körperbehinderte können grundsätzlich ebenfalls an allen Schießsportdisziplinen teilnehmen. Hierfür sind im Regelwerk des Deutschen Schützenbundes verschiedene Sonderregeln eingeführt worden. So dürfen einige Körperbehinderte zum Beispiel Wettkämpfe auch im Sitzen durchführen.

Vereine können zu Wettkämpfen außer Einzelschützen auch Mannschaften melden. Diese bestehen in der Regel aus drei Teilnehmern einer Altersstufe, getrennt nach männlichen und weiblichen Teilnehmern. Vereine nehmen nicht als Ganzes an Wettkämpfen teil, sondern mit diesen Einzelschützen oder Mannschaften. Dabei kann es vorkommen, dass innerhalb eines Vereines die Wettkämpfer, je nach Leistungsstärke, sowohl in Kreis- oder Bezirksklassen oder auch in Landesligen oder der Bundesliga starten.

Für die Wettkämpfe gibt es, zusätzlich zur Alterseinteilung, eine Klasseneinteilung, in der mit unterschiedlichen Mannschaftsstärken an bestimmten Wettkämpfen teilgenommen wird. Bei diesen Wettkämpfen besuchen die Vereinsmannschaften andere Vereine und führen da ihre Wettkämpfe durch. In einer Rückrunde kommen die anderen Vereine dann zu einem zweiten Wettkampf zum ersten Verein. Da die Vereine dabei „in der Runde“ von einem Verein zum anderen fahren, bis eine festgelegte Liste von teilnehmenden Mannschaften abgearbeitet ist, nennt sich diese Wettkampfform Rundenwettkampf. Nach Abschluss eines Rundenwettkampfes steigt eine festgelegte Anzahl von Mannschaften in die nächsthöhere Wettkampfklasse auf, während andere Mannschaften in die nächst niedere Klasse absteigen müssen. Also nicht viel anders als im Fußball.

Klasseneinteilung

2. Kreisklasse

3er-Mannschaften

1. Kreisklasse

3er-Mannschaften

Kreisliga

3er-Mannschaften

3. Bezirksklasse

3er-Mannschaften

2. Bezirksklasse

3er-Mannschaften

1. Bezirksklasse

3er-Mannschaften

Bezirksoberliga

5er-Mannschaften

Verbandsligen (= Landesligen)

5er-Mannschaften

Regionalligen

5er-Mannschaften

Bundesliga

5er-Mannschaften

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